Braukulturland Franken
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Bad Wimpfen
Fränkische Wurzeln Wimpfen wird staufisch Reichsstadt 30-jähriger Krieg Fachwerk Brauereihistorie Wir danken


Wappen am Rathaus von Bad Wimpfen
Foto: Martina Jäschke-Göller
Fränkische Wurzeln
Nach einer Besiedelung der Wimpfener Gegend durch die Kelten, Römer und Alemannen, ließen sich nach der siegreichen Schlacht der Franken über die Alemannen bei Zülpich im Jahre 496, die Franken unter König Chlodwig I. (* 466, † 511) in dieser Gegend nieder. Mitte des 6. Jahrhunderts war Wimpfen ein fränkisches Königsgut. Am Anfang des 10. Jahrhunderts wurde Wimpfen Teil des Herzogtums Franken.

Wimpfen wird staufisch
Die ganze Geschichte beginnt damit, dass der deutsche König und Kaiser (HRR) Heinrich V. (* 1081/1086), † 1125; König ab 1106, Kaiser ab 1111) im Jahre 1116 dem Bischof des fränkischen Bistums Würzburg, Erlung, den Titel eines Herzogs von Franken aberkannte, weil sich der Bischof im Investiturstreit (1076 - 1122) auf die Seite des Papstes stellte. Kaiser Heinrich V. übertrug die fränkische Herzogswürde auf den in der fränkischen Stadt Bamberg geborenen (1093) und auch dort gestorbenen (1152) Konrad von Staufen aus dem schwäbischen Adelsgeschlecht der Staufer. Damit hatte der Kaiser, zumindest aus fränkischer Sicht, den "Bock zum Gärtner gemacht"! Denn Konrad von Staufen versuchte nach seiner Ernennung zum Herzog von Franken zusammen mit seinem Bruder Friedrich II., der Einäugige (* 1090, † 1147; Herzog ab 1105), der die schwäbische Herzogswürde geerbt hatte, die staufischen Besitzungen im Herzogtum Schwaben auf die grenznahen fränkischen Gebiete auszudehnen. Auch Wimpfen war von dieser Politik betroffen. Nachdem Konrad von Staufen die fränkischen Grafentümer um Comburg und Rothenburg an sich gezogen hatte, erkannte Kaiser Heinrich V. seinen Fehler, zog die Notbremse und setzte im Jahre 1120 die Bischöfe des Bistums Würzburg wieder als fränkische Herzöge ein. Auch während seiner Regierungszeit (1127 - 1135 und 1138 - 1152) als erster deutscher König aus dem Geschlecht der Staufer versuchte Konrad III. die staufische Expansionspolitik auf fränkischem Territorium fortzusetzen, scheiterte jedoch am Widerstand der Würzburger Bischöfe.
Im Jahre 1182 kam Wimpfen vollends unter staufischer Herrschaft, als der deutsche König und Kaiser (HRR) Friedrich I. Barbarossa (Rotbart) (* um 1122, † 1190; König ab 1152, Kaiser ab 1155), Wimpfen vom Wormser Bischof zu Lehen nahm. Im Jahre 1198 war Baubeginn der staufischen Kaiserpfalz in Wimpfen, deren Überreste im heutigen Burgviertel immer noch das Panorama der Wimpfener Bergstadt prägen.


Panorama der Wimpfener Bergstadt vom Neckartal aus gesehen
Von der ehemaligen um das Jahr 1200 erbauten staufischen Kaiserpfalz sind auf dem Foto zu sehen:
die Wehrmauer, der Rote Turm, die Pfalzkapelle, die Arkaden des Palas, das Steinhaus und der markante Blaue Turm
Foto: Peter Schmelzle, April 2008
Reichsstadt
Mit der Hinrichtung des schwäbischen Herzogs Konrad IV. Konradin (* 1252, † 1268 hingerichtet in Neapel; Herzog von Schwaben ab 1262), dem letzten legitimen männlichen Erben aus der Staufer-Dynastie, endete auch in Wimpfen die Stauferherrschaft. In der Folgezeit gelang es Wimpfen seine Unabhängigkeit zu behaupten, sowohl gegenüber dem Bischof von Worms, der das einstige Staufer-Lehen zurückhaben wollte, als auch gegenüber dem Adelsgeschlecht der Herren von Weinsberg. Die Weinsberger waren eine ehemalige staufische Ministerialen-Familie, die in Wimpfen großen Grundbesitz besaß und deshalb auch die Herrschaft über Wimpfen anstrebte. Um das Jahr 1300 hatte sich Wimpfen den Status und das Privileg der Reichsunmittelbarkeit erarbeitet.
Der deutsche König und Kaiser (HRR) Maximillian I. (*1459, † 1519; König ab 1486, Kaiser ab 1508) ordnete im Jahre 1500 auf dem Reichstag von Augsburg zur Sicherung des Landfriedens und um einer Zersplitterung des Reiches entgegenzuwirken, eine Verwaltungsreform des Reiches an. Er gründete deshalb sechs, im Jahre 1512 kamen vier weitere hinzu, übergeordnete, territoriale Reichskreise, welche mehrere Landesherrschaften umfassten. Die Reichsstadt Wimpfen mit fränkischen Wurzeln, mehrheitlich fränkischer Bevölkerung und mehr als 200 Jahre nach dem Ende der schwäbisch-staufischen Herrschaft, entschied sich jedoch,wie die fränkischen Reichsstädte Heilbronn und Schwäbisch Hall, für eine Zugehörigkeit zum Schwäbischen Reichskreis.
Wimpfen behielt das Privileg einer Reichsstadt bis in das Jahr 1802, hatte bis dahin aber schon sehr viel von seiner einstigen Bedeutung verloren. Im Zuge von Säkularisation und Mediatisierung wurde Wimpfen im Jahre 1803 als einfaches Landstädtchen in die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt eingegliedert. Die Landgrafschaft wurde im Jahre 1806 in den Wirren der napoleonischen Kriege Teil des neuen Großherzogtums Hessen.

Der 30-jährige Krieg
Nürnberger Türmchen (17. Jahrhundert)
Foto: Peter Schmelze, August 2006
Im 30-jährigen Krieg geriet Wimpfen bereits im ersten Akt, dem böhmisch-pfälzischen Krieg (1618-1623), in den Strudel der Kriegswirren. Vor den Toren der Stadt tobte im Jahre 1622 die Schlacht in welcher die Armee der Katholischen Liga unter General Johann Graf von Tilly (* 1559, † 1632) die Truppen des lutherischen (protestantischen) Markgrafen Georg Friedrich (* 1573, † 1638; Markgraf von 1604-1622) von Baden-Durlach besiegte. Am Ende des 30-jährigen Krieges war Wimpfen verwüstet und zerstört, die Mehrzahl der Bewohner getötet oder geflohen. Die wenigen überlebenden und verbliebenen Einwohner (37 Familien) bauten mit Hilfe der fränkischen Freien Reichsstadt Nürnberg die Stadt wieder auf. Zum Dank für die fränkische Unterstützung errichteten die Wimpfener das "Nürnberger Türmchen", welches heute noch erhalten und mit den fränkischen Farben rot und weiß geschmückt ist.

Erinnerungstafel und
Sandsteinrelief
(vermutlich Tilly zu Pferde darstellend)
am Haus Marktplatz 3
Fotos: Martina Jäschke-Göller, April 2012

Fachwerk
Heute präsentiert sich die unter Denkmalschutz stehende Altstadt von Bad Wimpfen als ein Kleinod mit einem herrlichen Ensemble restaurierter Fachwerkhäuser im alemannischen und fränkischen Baustil aus allen Epochen der Fachwerk-Holzbauweise. Das ehemalige Stadthaus der Ritter von Ehrenberg aus dem Jahre 1451 ist das älteste erhaltene Fachwerkhaus (alemannisches Fachwerk, Klostergasse 10). Das jüngste Fachwerkhaus stammt aus dem frühen Beginn des 20. Jahrhunderts (um 1905, fränkisches Fachwerk, Erich-Sailer-Straße). Wir empfehlen Ihnen eine Fachwerkführung durch die Wimpfener Altstadt bei der Sie von einer der charmanten Damen der Tourist-Information den Unterschied zwischen dem "schwäbische Weible" und dem "fränkischen Mann" (fachwerkbezogen!) erklärt bekommen. Wenn man sich manche Stätten in der UNESCO Welterbeliste der deutschen Kulturdenkmäler anschaut, ohne diese jetzt herabwürdigen zu wollen, ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum die Wimpfener Altstadt noch nicht in die Liste aufgenommen wurde.


Alemannische und fränkische Fachwerkimpressionen in der Klostergasse und in der Oberen Turmgasse
Fotos: Peter Schmelzle, August 2006
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Brauereienhistorie
Wir arbeiten noch an diesem Abschnitt
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Braukulturland Franken
dankt dem 1. Vorsitzenden des Vereines
Altwimpfen e.V.
Herrn Günther Haberhauer
und dem Vereinsmitglied
Herrn Richard Müller
für ihre Unterstützung
bei der Recherche für diese Webseite.

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Galerie
Bundesland
Baden-Württemberg
heraldisch rechts oben der
"Fränkische Rechen"


Franken grüßt den
Baden-Württembergischen
Brauerbund e. V.


Historische Wappen
Geschichte des ehemaligen
Fränkischen Reichskreises
(1500 - 1806)
Teil 1  Teil 2


Wappen des ehemaligen
Schwäbischen Reichskreises
(leider gibt es kein farbiges
Original des Wappens mehr)


Konrad III.
(* 1093, † 1152)
erster deutscher König aus
dem schwäbischen Adels-
geschlecht der Staufer