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Chronologie "JJ1": Der Bär war eine Gefahr für
Menschen München, den 13. Juli 2006
Probleme schon
als Jungtier Von seiner ebenfalls auffälligen Mutter hatte "JJ1"
früh mitbekommen, dass menschliche Siedlungen einfach zu erreichendes
Futter bedeuten (auch sein Bruder "JJ2" ist einschlägig bekannt geworden).
Wie seine Mutter hatte "JJ1" keine Scheu vor Menschen.
- Diese Fehlkonditionierung ist durch falsche Vergrämungsversuche an
der Bärenmutter in Italien nicht beseitigt worden.
- Die Vergrämungsversuche haben nur dazu geführt, dass "JJ1"
entgegen natürlichem Wildtierverhalten nicht zu seiner Beute
zurückkehrte.
- Dies war auch die Ursache dafür, dass er Nacht für Nacht große
Strecken weitergewandert ist, was später alle Fangversuche unmöglich
gemacht hat.
Scheu vor Menschen und menschlichen Siedlungen immer mehr
verloren
20.03. - 24.04.2006: "JJ1" bricht schon in seiner
Herkunftsregion Trentino immer wieder in Ställe ein.
Allein dort ist er für 18 - 20 Schadensfälle verantwortlich.
Auch in Österreich wird "JJ1" auffällig: Er bricht mindestens
zweimal in Ställe ein, wobei er einmal 2 Türen überwindet.
In Bayern dringt der Bär innerhalb eines Monats insgesamt fünfmal in
Ställe und immer öfter auch in geschlossene Siedlungen ein.
22. 5. 2006: Mitten im Ort Grainau bricht er im besiedelten Bereich
nachts einen Hühnerstall auf.
Am Lautersee verfolgt er Schafe quer durch bewohntes Gebiet und
tötet seine Beute schließlich in unmittelbarer Nähe eines Hotels.
17.6.2006 gegen 23.00 Uhr in Kochel:
- Erst gibt es eine gefährliche Begegnung mit einem Hundehalter -
nur wenige Meter sind Mensch und Bär voneinander entfernt.
- Danach läuft "JJ1" mitten durch den nächtlichen Ort und hält sich
eine Zeit lang im Ortskern vor der Polizeiwache auf.
- Am nächsten Morgen findet der Leiter der Naturschutzabteilung des
Ministeriums unmittelbar am Weg von "JJ1" ein Kinderzelt vor, das in
der Nacht nur wegen schlechten Wetters nicht bewohnt worden war.
- Das Bayerische Landeskriminalamt und die Landratsämter
Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen haben
Rundfunkwarnungen an die Bevölkerung gerichtet:
"Der Bär hat
keine Scheu vor Menschen. Wird er bei der Futtersuche gestört
oder in die Enge getrieben, besteht die Gefahr, dass er Menschen
angreift."
In der zweiten Junihälfte kommt es - auch wegen der großen Popularität
von "JJ1" - immer öfter zu riskanten Begegnungen mit teils höchst
unvorsichtigen und leichtsinnigen Menschen.
- 24.6.2006: "JJ1" läuft am Soinsee unprovoziert auf Mountainbiker zu
und fixiert sie rund 30 Sekunden aus nur 15 m Entfernung, bevor er sich
in den See verzieht.
- 24.6.2006: Unmittelbar nach Bad im Soinsee beobachten die
Mountainbiker, wie zwei Bergsteiger den Bären in kurzer Distanz
verfolgen, bis dieser sich umdreht und auf die beiden zuläuft.
- 24.6.2006: Auf der Großtiefenthalalpe im Rotwandgebiet gehen
Touristen bis auf 40 m an den Bären heran, um ihn beim Fressen eines
getöteten Schafes zu beobachten. Das ist höchst leichtsinnig, weil Bären
ihre Beute ggf. verteidigen.
Braunbären sind normalerweise überwiegend nachtaktive Tiere, die
tagsüber kaum in Erscheinung treten, Deckung suchen und den Menschen
meiden. Alle Begegnungen am 24.06.2006 ereigneten sich am Tag in offenem
Gelände und zeigen so, dass der Bär jetzt auch bei Helligkeit jede
Menschenscheu verloren hatte. Damit hatte das von "JJ1" ausgehende Risiko
eine weitere Steigerung erfahren. Dies allein war maßgeblich für die
Entscheidung zur Entnahme aus der Wildbahn.
Von "JJ1" getötete Tiere
in Bayern
In nur 5 Wochen (20.05. - 26.06.2006) tötete "JJ1" in
Bayern:
- 31 Schafe,
- 4 Ziegen,
- 13 Hühner,
- diverse weitere Kleintiere.
Der Bär hat innerhalb von 5 Wochen in Bayern und Tirol einen
Gesamtschaden von rund 12.000 Euro angerichtet. Dies entspricht
mindestens der Schadenshöhe, die alle 20 derzeit in Österreich lebenden
Bären zusammen in einem Jahr verursachen.
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© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und
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