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 Wochenlang war Braunbär "JJ1" im
bayerisch-tirolerischen Grenzgebiet unterwegs und hat zahlreiche
Schafe gerissen, Bienenstöcke zerstört, ist in Stallungen
eingedrungen, näherte sich Wohnhäusern, ging durch Siedlungen und
zeigte ein völlig atypisches und problematisches Verhalten, das ein
hohes Risiko darstellte.
Nachdem dutzende eigener Fangversuche sowie die 14-tägigen
Bemühungen der finnischen Bärenexperten mit ihren Hunden erfolglos
waren, einigten sich Bayern und Tirol am 24. Juni 2006 darauf, die
ausgesetzte Abschußgenehmigung für den Braunbären zu erneuern.
Schließlich gelang es jagdkundigen Personen in den frühen
Morgenstunden des 26. Juni 2006, den Bären auf der Kümpflalm (
Rotwandgebiet, Nähe Spitzingsee) im Landkreis Miesbach zu erlegen.
Er wurde verbracht und einer wissenschaftlichen Auswertung
zugeführt.
Die von Beginn an geäußerte fachliche Haltung, der Bär sei
aufgrund seines Verhaltens ein Risikobär, wurde durch zahlreiche
Vorfälle erhärtet. Das Tier hat gelernt im menschlichen
Siedlungsraum Futter zu finden Diese Futterkonditionierung wurde
durch viele erfolgreiche Versuche verstärkt. Befürchtete zufällige
Begegnungen Bär-Mensch fanden in Kochel statt - das Unfallrisiko war
nach Meinung der Fachleute ständig hoch.
Nach über 170 Jahren war in Bayern erstmals wieder ein Braunbär
aufgetaucht. Staatsminister Dr . Werner Schnappauf hatte auf einen
baldigen Fangerfolg gehofft. Denn grundsätzlich ist es eine zu
begrüßende Entwicklung, wenn große Raubtiere wie Bär, Wolf oder
Luchs wieder nach Bayern zurück kehren. Deshalb ist es bedauerlich,
dass der erste Bär, der nach über 170 Jahren bayerischen Boden
betrat, sich so untypisch verhielt und gleichsam außer Rand und Band
geriet. Der Schutz des Menschen muss jedoch auch in diesem Fall
oberste Priorität haben.
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